Sind Newsletter die einen zu Tode erschrecken die besseren Newsletter? #fotolia #fail
l
In einer Welt in der man von einer Ecke Europas in die andere von Türe zu Türe nicht mal fünf Stunden braucht, können trotzdem Welten zwischen den zwei Taxifahrten liegen, die einen zum Flughafen und vom Flughafen ans Ziel bringen - und dazwischen noch weitere, die einen an einen ganz anderen Ort führen wollen.
Am griechischen Urlaubsort zum Beispiel ist Taxifahren noch ein Abenteuer (oder ein Grauen für viele deutschen Autofahrer). Zum Glück hat der Fahrer Plaketten von JC und "Agios Stephanos" auf die Mittelkonsole geklebt, aber da wir mit der ganzen Familie im Auto sitzen, gebe ich ihm ein Zeichen, dass wir es nicht eilig haben. Was ihn dazu veranlasst einen kurzen Abstecher zu machen und eine Frau, die einer Ecke steht, durch mein Fenster hindurch anzuschreien. "My wife." - "Ahhh, understand." - "Full STRESS!" Und mit Vollgas geht es weiter ins Verkehrschaos der Hauptstadt. Hier kommt er nur schneller voran als andere Autofahrer, weil er gegen Einbahnstraßen und ohne Zögern über kreuzende dreispurige Straßen fährt, wo der Verkehr ohne großes Hupen nur für uns hält. Alle zehn Sekunden wird ein anderer Verkehrsteilnehmer - ob zu Fuß, auf dem Moped oder im Auto - von unserem Fahrer gegrüßt. "You have many friends." - "He's a taxidriver."
Am Flughafen München verstaut in junger, schlaksiger, ruhiger Mann aus Nordiniden unser Gepäck im Kofferraum und fährt uns ohne Rückfragen und Vollbremsungen über die großspurige, deutsche Autobahnader. Er fährt erst seit einem Monat Taxi, aber man fühlt sich gut aufgehoben bei ihm. In Indien würde auch diese Fahrt anders aussehen. Wie genau weiß ich nicht, war noch nie dort. Aber ich bekomme Lust darauf. Bombay oder Neu-Dehli sind ein guter Anfang, wenn man vorher noch nie in Indien war, meint er. Man teilt sich die Straße mit mageren Kühen, Tuk Tuks und Tatas. Und es gibt nur eine Verkehrsregel: man fährt links. Ganz so schlimm wird's schon nicht sein, man kommt schon irgendwie an, auch dort gibt es Heilige und Götter.
Jens Semjan and Bernhard Lermann explain the world with just 20 significant chronics from politics, law, economy, banking houses, medicine, nature sciences and history of brands and luxury goods. They extract the relevant facts from a tremendous data-mass with the precision of a surgeon to row them into timelines. Unseen cycles, connections and developements become simple and clear at a glance. This point of view offers us new perceptions on our old world and makes history become conceptual art and vice versa.
The Eternal Timeline Show - 20 timelines to explain one world
Exhibition: Feb. 3 - Mar 5, 2011
Opening: Feb. 3, 2011, 7 - 9 pm
Galerie Traversée, Theresienstr. 56, 80333 Munich
www.traversee.com
All timelines will be in English language. Bring your friends!
Jens Semjan, born 1979, is a former master student of the American conceptual artist Joseph Kosuth, at the Academy of Fine Arts in Munich. He currently lives and works in Munich.
Bernhard Lermann, born 1971, has worked as a senior online editor at the international publishing house Condé Nast in Munich and as a writer for a range of international media outlets (on- and offline) since 1992. He currently serves as an independent marketing and PR consultant. He lives and works in Munich.